Der digitale Zahlungsverkehr setzt dem Bargeld immer stärker zu, ist dessen Ende nah?

Georg Steiner
| 2 Lesezeit:

Schon jetzt bezahlen immer mehr Verbraucher mit Karte oder digital. Kein Wunder also, dass die Angst vor einer Abschaffung des Bargelds steigt. Doch dazu gibt es derzeit noch keinen Grund.

Euroscheine, Kreditkarte, Bargeld

Bargeld gilt als gedruckte Freiheit. Es ist anonym und gesetzlich festgelegtes offizielles Zahlungsmittel. Doch die zunehmende Verbreitung von kontaktlosen Zahlungen in den letzten Jahren drängt Bargeld weiter zurück. Die digitalen Geldbörsen erfreuen sich immer mehr steigender Beliebtheit und das nicht erst seit dem Siegeszug von PayPal.

Apple drängt ins Business


Die großen Tech-Konzerne wie Apple haben das große Geschäft gewittert und sind mit eigenen Produkten massiv in die mobile Zahlung eingestiegen. Sie ermöglichen auch den größten Skeptikern schnelle und sichere Zahlungen. Daneben haben sich Kryptowährungen als Alternative etabliert. Sie drängen immer wieder mit neuen Coins wie Bitcoin ETF auf den Markt.

Doch während Kryptowährungen als digitale Alternative von Bargeld gelten, ist die Frage des Datenschutzes bei vielen digitalen Lösungen weiterhin offen. Doch Bequemlichkeit und Schnelligkeit treiben das Wachstum weiterhin an. Das ist nicht überraschend, schließlich hat die immer schneller voranschreitende Digitalisierung neuen Lösungen erfordert.

Deutschland auf Platz 5 der digitalen Zahlungen


Schon jetzt beträgt das weltweite Volumen der Digital Payments weltweit rund 9.000 Milliarden Dollar. Bereits in wenigen Jahren soll diese Summe auf mehr als 14.000 Milliarden Dollar ansteigen. Das wäre eine Wachstumsrate von fast 15 Prozent pro Jahr. Das stärkste Wachstum verzeichnet der elektronische Handel. Deutschland liegt im Vergleich des Transaktionsvolumens hinter China, den USA, UK und Japan bereits auf Platz 5.

Der Rückgang von Bargeld als Zahlungsmethode zeigt sich auch am Gesamtanteil. Dort haben Scheine und Münzen in Deutschland einen Anteil von 73 Prozent. Damit ist das Bargeld immer noch die beliebteste Zahlungsmethode der Deutschen. Doch vor drei Jahren lag der Anteil noch bei 84 Prozent. 2023 gelang zwar ein leichter Anstieg, doch der Trend, hin zu digitalen Methoden, erscheint unaufhaltsam.

Die Zukunft ist im Handel ersichtlich

Das zeigen auch die Zahlen aus dem Einzelhandel. Dort übertrafen die Kartenzahlungen das Bargeld erstmals im Jahr 2019. Seither ist ihr Anteil massiv gestiegen. Heute wird nur noch jede 3. Transaktion bar bezahlt, während die Kartenzahlungen zwei Drittel erreicht haben.

Kritiker sehen dies als problematisch an, doch die Verantwortlichen in der EU beruhigen. Schließlich ist Bargeld in der EU-Verfassung verankert. Eine neue Verordnung soll noch einmal betonen, dass Bargeld angenommen werden muss. Auch die EZB betont immer wieder, dass niemand plane das Bargeld abzuschaffen. Die geplante Einführung eines digitalen Euro hat viele wieder nervös gemacht. Jetzt liegt es an der Politik, diesen Teilen der Bevölkerung die Angst zu nehmen.