Was verbirgt sich im Kapitalismus hinter der unsichtbaren Hand?

Georg Steiner
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  • Wer entdeckte dieses Phänomen?
  • Welche Auswirkungen hat es?
  • Was werfen ihr Kritiker vor?

Statue Adam Smith Ökonom

Der Begriff „unsichtbare Hand“ in der Marktwirtschaft treibt die Vertreter umfangreicher staatlicher Eingriffe in die Wirtschaft bis heute auf die Barrikaden. Doch woher kommt er und was bedeutet er?

Der Ökonom Adam Smith erkannte als Erster die Wirkung


Der Begriff „unsichtbare Hand“ geht zurück auf den britischen Ökonomen Adam Smith. Er gilt als Vater der klassischen Nationalökonomie. Seine Werke spielen eine zentrale Rolle beim Verständnis von Marktwirtschaft und Kapitalismus. Smith verwendete den Begriff, um die Funktionsweise freier Märkte zu beschreiben. Er ging davon aus, dass die individuellen Selbstinteressen dazu beitragen, dass wirtschaftliche und soziale Vorteile für eine Gesellschaft entstehen, wenn freier Handel möglich wird. Dieser würde also auf Umwegen auch das Gemeinwohl fördern.

Vom Nebenaspekt zum Hassobjekt


Obwohl Smith die „unsichtbare Hand“ lediglich in Nebensätzen erwähnt, treibt seine Erwähnung heute noch die Gegner freier Märkte auf die Barrikaden. Sie sehen darin die Wurzel allen Übels des sogenannten „Neoliberalismus“.

Doch wie funktioniert die „unsichtbare Hand“ eigentlich? Sie lässt Einzelpersonen und Unternehmen freie Hand, wenn es darum geht, Produkte nachzufragen und zu produzieren. Das Zusammenspiel von Angebot und Nachfrage regelt den Preis. Steigt die Nachfrage, steigt in Folge auch die Produktion. Dies gilt allerdings nur so lange, bis die Nachfrage zu sinken beginnt. Ressourcen werden daher nur dort eingesetzt, wo sie auch vom Markt nachgefragt werden.

Fördert Effizienz und Innovation

Dieser Ablauf fördert nicht nur effizientes Arbeiten, sondern auch innovative Lösungen. Schließlich sind die Produzenten damit immer auf der Suche nach besseren Produkten und effizienteren Produktionsweisen. So erreichen sie am besten ihr Ziel, die Nachfrage zu befriedigen und Gewinne zu erzielen.

Kryptowährungen, allen voran Bitcoin, wurden geschaffen, um die Manipulation der Finanzmärkte zu beenden. Der Erfolg dieser Coins basiert ausschließlich auf Angebot und Nachfrage auf einem Markt, der nicht von den Notenbanken beherrscht wird. Dies gilt für die Dauerbrenner Bitcoin und Ethereum ebenso wie für neue Coins wie eTukTuk. Sie alle setzen auf die unsichtbare Hand des Kapitalismus, der mithilfe der Schwarmintelligenz aller Marktteilnehmer über Erfolg oder Misserfolg entscheidet.

Kritiker bemängeln die angeblich fehlende Selbstregulierung


Die Kritiker der „unsichtbaren Hand“ argumentieren jedoch, dass freie Märkte nicht selbstregulierend seien. Sie würden lediglich den Interessen einzelner Personen oder Unternehmen diesen. So würden Monopole und soziale Ungleichheiten entstehen. Freie Märkte würden daher staatliche Interventionen benötigen.

Die Geschichte zeigt jedoch, dass Wohlstand, Freiheit und gesellschaftlicher Aufstieg untrennbar mit dem Kapitalismus und damit auch mit dem Konzept der „unsichtbaren Hand“ verbunden sind. Dieser agiert nicht abgehoben von den Interessen der Bevölkerung, sondern muss ganz im Gegenteil darauf Rücksicht nehmen, um auch in Zukunft erfolgreich zu bleiben.

Die „unsichtbare Hand“ ist daher bis heute ein unverzichtbarer Bestandteil ökonomischen Denkens und ein Schlüsselprinzip des Kapitalismus.