Wie krisensicher sind unserer Banken?

Georg Steiner
| 3 min read

Mit jeder Banken- oder Finanzkrise rücken die Geldinstitute wieder in den Blickpunkt des Geschehens. Wie sicher ist das Geld verwahrt, fragen sich dann viele Kunden. Ob Banken krisensicher sind oder nicht, sollen sogenannte Stresstests zeigen.

Stresstest Banken

Dabei handelt es sich um regelmäßig durchgeführte Simulationen, die den Aufsichtsbehörden darlegen sollen, ob die Banken in der Lage sind Krise zu bewältigen. Sie messen die Widerstandsfähigkeit der Geldinstitute und das nach unterschiedlichen wirtschaftlichen Szenarien.

Problemfälle vorzeitig erkennen

Damit möchte man „faule Äpfel“ vorsorglich erkennen und diesen Zeit geben, ihre wirtschaftlichen Hausaufgaben zu erledigen, bevor es zu spät sein könnte. Mögliche Szenarien dieser Stresstests sind beispielsweise ein plötzlicher Wirtschaftsabschwung, bei gleichzeitigem starkem Anstieg der Arbeitslosenquote. Nur wenn eine Bank über ausreichend Kapital verfügt, ist sie in der Lage umfangreiche Kreditausfälle zu überstehen.

So versuchen die Aufsichtsbehörden frühzeitig Schwachstellen im System zu erkennen. Gleichzeitig dienen die Tests der Transparenz und sollen das Vertrauen der Bevölkerung in das Finanzsystem stärken. Bei Problemen reicht im Idealfall die Zeit aus, um Vorsichtsmaßnahmen zu treffen. Doch das ist nicht immer der Fall, wie zuletzt der Zusammenbruch der Credit Suisse zeigte.

Auch die Kryptobranche zeigte sich zuletzt nicht vor massiven Problemen gefeit. Der Zusammenbruch von FTX bewies, dass die Aufsicht nicht alle Szenarien vorhersehen kann. Doch das hat die Branche nicht verschreckt, sie arbeitet weiter an innovativen Produkten wie dem Token Wall Street Memes.

Ein Stresstest soll verschiedene Zwecke erfüllen:

  • Identifikation der Risiken: Plausible Szenarien zeigen, wie gut die Banken darauf vorbereitet sind
  • Kapitalanforderungen: Können die Geldinstitute schwierige Zeiten überstehen oder nicht? Sollen sie den Stresstest nicht bestehen, werden sie von den Aufsichtsbehörden zumeist aufgefordert, mehr Kapital zu beschaffen.
  • Vertrauen und Transparenz: Die Tests liefern wichtige Informationen über die Stabilität und Risikobereitschaft der Banken. Das stärkt im Idealfall das Vertrauen der Kunden und Investoren.
  • Frühwarnsystem: Simulationen zeigen auf, wo Handlungsbedarf besteht. Dieses Frühwarnsystem verschafft Zeit, um Gegenmaßnahmen zu setzen. Diese können dann in Folge ihre Widerstandsfähigkeit gegenüber Schocks im Finanzsystem stärken.

Auslöser war die Finanzkrise 2007/2008

Stresstests wurden nach der globalen Finanzkrise der Jahre 2007 bis 2008 verstärkt von den Aufsichtsbehörden implementiert. Die Lehman-Krise zeigte deutlich, wie stark eine Bankenkrise das Weltwirtschaftssystem beeinflusst. Der Beinahe-Zusammenbruch führte Politik und Gesellschaft vor Augen, dass beim Risikomanagement enormer Nachholbedarf besteht.

Geld

Diese Krise zeigte deutlich, dass viele Geldinstitute die Risiken unterschätzt und nicht auf die Auswirkungen vorbereitet waren. Viele von ihnen wurden insolvent oder benötigten enorme staatliche Hilfen, um eine Pleite zu verhindern.

Eigenkapital der Banken stärken

Damit dies nicht noch einmal passiert, setzten die Verantwortlichen auf neue internationale Abkommen. Sie erkannten, dass die Eigenkapitalbasis der Banken zu gering war, und schlossen internationalen Abkommen, wie beispielsweise Basel III, um Reformen auf den Weg zu bringen. Die Kapitaldecke der Banken wurde gestärkte, um neue Herausforderungen besser zu überstehen.

Stresstests zählen heute in Ländern wie den USA, der Europäischen Union und Großbritannien zu den Standard-Werkzeugen der Aufsichtsbehörden, um die Finanzbranche krisensicherer zu gestalten.

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