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PwC Studie: Vier von fünf Führungskräften haben Blockchain-Initiativen gestartet

Von Redaktion
blochchain

84 Prozent der von PwC befragten Führungskräfte haben Blockchain-Initiativen eingeleitet, 15 Prozent sind bereits im Echtbetrieb. Zehn Prozent berichten über Pilotprogramme zur Implementierung der Blockchain, beinahe ein Drittel (32 Prozent) hat Entwicklungsprojekte gestartet und ein Fünftel der Befragten (20 Prozent) ist im Forschungsstadium. Das sind die Ergebnisse der neuen PwC-Studie Blockchain is here. What’s your next move?, die vor kurzem veröffentlicht wurde.Im Rahmen der Studie hat PwC 600 Führungskräfte in 15 Ländern über ihren aktuellen Entwicklungsstand und ihre Meinung zum Potenzial der Blockchain befragt.

China auf der Überholspur

Die USA (29 Prozent), China (18 Prozent) und Australien (7 Prozent) gelten derzeit als am weitesten fortgeschritten in der Entwicklung von Blockchain-Projekten. Allerdings glauben die Befragten (30 Prozent), dass innerhalb von drei bis fünf Jahren China die USA überholt haben wird, wodurch sich der Einfluss- und Tätigkeitsbereich von den USA und Europa weg verschiebt.

Finanzdienstleistungen führend in punkto Blockchain

Die Umfrage spiegelt außerdem die frühe Dominanz von Blockchain-Entwicklungen im Bereich Finanzdienstleistungen wider – 46 Prozent sehen diesen Bereich derzeit und 41 Prozent in naher Zukunft (3 bis 5 Jahre) als führend an. Zu den Branchen, in denen die Befragten innerhalb von drei bis fünf Jahren steigendes Potenzial erkennen, zählen die Energie- und Versorgungswirtschaft (14 Prozent), das Gesundheitswesen (14 Prozent) und die industrielle Fertigung (12 Prozent).

Die größten Vorteile der Blockchain werden über gemeinsame branchenweite Plattformen entstehen. Gleichzeitig macht die Studie deutlich, dass das nicht passieren wird, ohne dass Unternehmen einer Branche – auch Konkurrenten – sich auf gemeinsame Standards einigen und gemeinsam agieren.

Thomas Riegler, Digital & Innovation Leader bei PwC Österreich: „Von Geschäftsführern hören wir, dass niemand auf der Strecke bleiben will, was die Blockchain betrifft. Im derzeitigen frühen Entwicklungsstadium bestehen jedoch noch große Bedenken im Zusammenhang mit Vertrauen und regulatorischer Unsicherheit.“

Herausforderung: Mangelndes Vertrauen und regulatorische Unsicherheit

Für 45 Prozent ist mangelndes Vertrauen das größte Hindernis für die Einführung der Blockchain, 48 Prozent geben die regulatorische Unsicherheit an. Die Sorge um das Vertrauen der Nutzer ist am höchsten in Singapur (37 Prozent), den VAE (34 Prozent) und Hongkong (35 Prozent), was teilweise die Überlegenheit der Finanzdienstleistungsbranche in der Blockchain-Entwicklung reflektiert. Bedenken im Zusammenhang mit regulatorischer Unsicherheit sind am höchsten in Deutschland (38 Prozent), Australien (37 Prozent) und dem Vereinigten Königreich (32 Prozent).

„Blockchain sollte per Definition Vertrauen schaffen. Aber in Wirklichkeit sind Unternehmen auf Schritt und Tritt mit Vertrauensthemen konfrontiert. Wenn nicht von Anfang an ein klarer Business Case definiert wird, kommen Projekte ins Stocken”, so Thomas Riegler. „Unternehmen müssen sich mehr anstrengen und Wege in ihr Konzept aufnehmen, um Vertrauen zu schaffen und regulatorische Bedenken auszuräumen.“

Weitere Stolpersteine: Finanzielle Mittel, Unsicherheit und Führungsthemen

Von den Befragten, die über kein oder nur geringes Engagement im Bereich Blockchain berichteten, gab einer von drei als Gründe für den mangelnden Fortschritt in diesem Bereich die Kosten (31 Prozent) an, gefolgt von Unsicherheit darüber, wo man beginnen soll (24 Prozent) sowie Führungsthemen (14 Prozent).

„Eine Blockchain zu erstellen, zu implementieren und ihr Potenzial zu realisieren, ist kein IT-Projekt. Es ist eine Umgestaltung von Geschäftsmodellen, Rollen und Prozessen. Dazu ist ein klarer Business Case nötig, ein Ökosystem zur Unterstützung. Es braucht Regeln, Normen und Flexibilität, um regulatorischen Veränderungen Rechnung zu tragen.”

Die Studie identifiziert vier Schwerpunktbereiche bei der Entwicklung von internen oder branchenweiten Blockchain-Plattformen:

  • Erstellen des Business Case: Organisationen können klein anfangen, aber sie müssen den Zweck der Initiative deutlich machen, damit andere Beteiligte sich damit identifizieren und darauf einstellen können.
  • Schaffen eines Ökosystems: Die Beteiligten sollten aus verschiedenen Unternehmen einer Branche zusammenkommen und ein gemeinsames Regelwerk zur Verwaltung der Blockchains erarbeiten. Von den 15 Prozent der Umfrageteilnehmer, die bereits über Anwendungen im Echtbetrieb verfügen, waren 88 Prozent entweder leitende oder aktive Mitglieder eines Blockchain-Konsortiums.
  • Bewusstes Designen rund um das, was Anwender sehen und tun können: Partner benötigen Regeln und Normen für Zugriffsberechtigungen. Die Einbindung von Risikoexperten wie Juristen, Compliance- und Cybersecurity-Spezialisten von Anfang an schafft Blockchain-Bedingungen, denen Regulatoren und Anwender vertrauen können.
  • Steuern der regulatorischen Unsicherheit: Die Studie warnt, dass Blockchain-Entwickler nicht warten sollten, sondern beobachten, wie sich regulatorische Anforderungen in den kommenden Jahren entwickeln. Es ist absolut notwendig, sich mit Regulatoren auseinander zu setzen und die Entwicklung der Bedingungen mitzugestalten.

Anmerkungen

  • Die Studie untersucht die Ansichten von 600 Führungskräften in 15 Ländern: Australien, China, Dänemark, Deutschland, Frankreich, Hongkong, Indien, Italien, Japan, Niederlande, Schweden, Singapur, UK, USA, VAE.
  • 14 Prozent hatten noch keine etablierten Aktivitäten und 7 Prozent haben die Entwicklung angehalten.
  • Von den 15 Prozent, die bereits über Anwendungen im Echtbetrieb verfügen, waren 88 Prozent entweder leitende oder aktive Mitglieder von Konsortien und verantwortlich für die Blockchain-Infrastruktur zur Unterstützung ihrer Anwendung. Unternehmen, die eine führende Rolle in einem Konsortium übernehmen, machen das aus Finanzierungs- und Kontrollüberlegungen und wegen IP-Rechten.
  • Mitgliedschaft/Teilnahme: Die Befragten berichteten auch über Anwendungsfälle. Von diesen Anwendungsfällen besteht bei 40 Prozent eingeschränkter Zugriff zur Teilnahme (genehmigungspflichtig), und alle Teilnehmer werden vorab geprüft; 34 Prozent sind für alle offen zur Teilnahme (genehmigungsfrei); 26 Prozent verwenden einen Hybridansatz (ein Teil der Daten ist nicht öffentlich; andere sind für jedermann zugänglich). Was den Zugang zur Blockchain betrifft, so sind 40 Prozent privat; 28 Prozent hybrid, und 32 Prozent haben öffentlichen Lesezugriff auf Blockchain-Transaktionen.

Alle Ergebnisse der Studie finden Sie unter: www.pwc.com/blockchainsurvey

Quelle: OTS

Foto: geralt/Pixabay

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