Ohne ihn geht nichts: Was ist der Internationale Währungsfonds?

Georg Steiner
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Er gilt als Schlüsselinstitution der globalen Wirtschaft. Wann immer es im finanziellen Gebälk kracht, tritt der Internationale Währungsfonds (IWF) auf den Plan.

Euro IWF

Gegründet wurde er bereits im Jahr 1944. Seither spielt er eine entscheidende Rolle bei der Stabilisierung der Weltwirtschaft. Dabei beeinflusst er nicht nur Finanzkrisen, sondern ganze Länder. Der Startschuss für seine Tätigkeit erfolge noch während des 2. Weltkriegs bei der berühmten Konferenz von Bretton Woods, in den USA.

4 Jahrzehnte Bindung an das Gold endeten


44 Nationen waren mit dabei, doch am Ende setzen sich die USA durch. Der US-Dollar wurde zur Weltleitwährung erklärt. Weitere Fixpunkte der Einigung waren fixe Wechselkurse der Währungen und die Möglichkeit, den US-Dollar jederzeit gegen Gold einzutauschen. Dieser sogenannte Goldstandard galt bis zum Jahr 1973, bis ihn der damalige US-Präsident Richard Nixon aufkündigte und eine Ära ungedeckter Währungen lostrat. Das Zentrum dieser neuen Geldpolitik wurde der daraufhin gegründete Internationale Währungsfonds (IWF).

Heute haben sich Kryptowährungen wie Bitcoin einer Geldpolitik verschrieben, die auf Verknappung setzt. Neue Projekte, wie Bitcoin Minetrix, versuchen diesen Erfolg zu wiederholen. Kritiker des Weltwährungssystems sind schließlich davon überzeugt, dass die Fiat-Währungen die Politik des Gelddruckens übertrieben haben.

Die neue wirtschaftliche Ordnung sollte jene Verwerfungen und Unsicherheiten verhindern, die in den 1930-Jahren aufgetreten waren und eine noch nie dagewesene Weltwirtschaftskrise ausgelöst hatten. Mit einer Bindung der Währungen an den US-Dollar wollte man dies zukünftig verhindern. Der US-Dollar erhielt einen festen Wechselkurs von 35 US-Dollar pro Feinunze Gold.

Wärter der Weltwirtschaft

Wärter über dieses System wurde der IWF, er sollte den Ländern helfen dieses System aufrechtzuerhalten. Dazu begann er kurzfristig Gelder zur Verfügung zu stellen, um Probleme zu lösen. Doch im Laufe der Jahre hat sich dies geändert. Heute gibt es längst ein flexibles Wechselkurssystem. Der IWF fördert daneben auch die internationale wirtschaftliche Zusammenarbeit und überwacht die Weltwirtschaft.

Er tritt auf, wenn es zu Finanzkrisen kommt, oder Länder finanziell ins Trudeln geraten. Bestes Beispiel dafür war die Schuldenkrise in Griechenland im Zuge der Eurokrise. Damals diktierte der IWF die Bedingungen, unter denen Griechenland finanzielle Unterstützung erzielt. Die harten Bedingungen führten zu Massenprotesten und einer Verarmung von Teilen der Bevölkerung. Doch die Einschnitte waren auch daran beteiligt, dass Griechenland sich langsam wieder stabilisieren und im Euroraum verbleiben konnte.

Von Horst Köhler bis Christine Lagarde


Angesichts der enormen Kompetenzen des IWF rückt seine Führung immer wieder in den Mittelpunkt des Geschehens. So war beispielsweise einst der ehemalige Bundespräsident Horst Köhler Direktor des IWF. Christine Lagarde hatte diese Position inne, bevor sie zur Präsidentin der Europäischen Zentralbank aufstieg. Ihre Nachfolgerin Kristalina Georgiewa, eine bulgarische Politikerin und Ökonomin, ist seit 2019 im Amt. Sie sorgt dafür, dass der IWF auch weiterhin eine entscheidende Rolle in der globalen Finanzarchitektur spielt.