Noch immer liegen Milliarden Scheine und Münzen unter der Matratze

Georg Steiner
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Eine Währungsreform ist ein massiver Eingriff in das Leben vieler Menschen. Die Euro-Umstellung hat ihre Spuren hinterlassen, das zeigt sich auch an der Summe an D-Mark, die immer noch unter Matratzen gehortet wird.

Banknote D-Mark

Die Deutschen waren jahrzehntelang stolz auf ihre harte Währung D-Mark. Offenbar so sehr, dass sich viele Menschen noch immer nicht von ihr trennen wollen. Das ist umso erstaunlicher, als dass die Währungsreform bereits mehr als 20 Jahre zurückliegt.

Dauerbrenner Deutsche Mark


Das beweisen die Zahlen der Deutschen Bundesbank für das laufende Jahr 2023. In diesem haben die Deutschen die unglaubliche Summe von 53 Millionen D-Mark in Euro umgetauscht und dafür stolze Summe von mehr als 27 Millionen Euro kassiert.

Das ist grundsätzlich kein Problem, schließlich nimmt die Bundesbank sowohl Scheine als auch Münzen unbegrenzt an. Wer also auf dem Dachboden noch alte D-Mark findet, kann diese jederzeit eintauschen.

12,2 Milliarden warten auf den Umtausch

Doch die Summen, die noch ausständig sind, überraschen. Schließlich hat die Deutsche Bundesbank einen genauen Überblick darüber, wie viele D-Mark sie einst ausgegeben und wie viele davon eingetauscht wurden. Die Differenz macht angesichts der Euro-Umstellung, die bereits 22 Jahre zurückliegt, fassungslos.

Nicht weniger als 12,2 Milliarden D-Mark liegen offenbar immer noch in deutschen Haushalten herum. 91.000-mal tauschten die Notenbanker in diesem Jahr D-Mark gegen Euro um und noch immer ist kein Ende dieser Vorgänge abzusehen. Ganz im Gegenteil, die Zahl der Umtauschaktionen stieg 2023 sogar weiter an.

Die Erben stoßen auf unvermutete Schätze


Die Bundesbank rechnet sogar damit, dass die Zahl auch in den nächsten Jahren weiter ansteigen wird. Verantwortlich dafür sind laut ihren Angaben vererbte Häuser. Werden diese übergeben und aufgeräumt, kommen oft interessante Beträge in D-Mark zum Vorschein. Rund 6,24 Milliarden Euro in D-Mark warten also weiterhin darauf, gefunden und umgetauscht zu werden.

Doch ein Teil davon dürfte auch in den Händen von Sammlern, bzw. im Ausland liegen. Immerhin war die D-Mark eine weltweit anerkannte und beliebte Währung. Die hohe Zahl an gehorteten Münzen und Scheinen beweist, wie sehr viele Menschen an ihrer Währung hängen, vor allem dann, wenn sie lange Zeit gute Dienste geleitet hat.

Kein Ende in Sicht


Diese Affinität zum Bargeld zeigt sich auch in der Beliebtheit von Kryptowährungen wie Bitcoin, das als Antwort auf die Finanzkrise 2008 erschaffen wurde. Darauf setzen auch zahlreiche neue Kryptowährungen wie Bitcoin Minetrix, die im Presale versuchen an diesen Erfolg anzuschließen.

Die deutsche Bundesbank geht jedenfalls davon aus, dass sie auch in den nächsten Jahren noch viel mit dem Umtausch der D-Mark zu Euro zu tun haben wird.