Libertarismus: Die Philosophie der Freiheit hat Bitcoin ermöglicht

Georg Steiner
| 2 min read

Mit der Wahl von Javier Milei zum Präsidenten von Argentinien ist eine Denkrichtung in den Blickpunkt gerückt, die zumeist wenig Anhänger in den etablierten Parteien findet. Der Libertarismus hat seine Wurzeln in der individuellen Freiheit und sieht dessen Ausdruck im Kapitalismus.

Libertarismus USA

Das neue argentinische Staatsoberhaupt sieht sich als gnadenloser Verfechter des Kapitalismus. Wenig überraschend vertrat er dies auch bei seinem aufsehenerregenden Auftritt beim Weltwirtschaftsforum in Davos vergangene Woche.

Der freie Kapitalismus als Lösung aller Probleme


Der Anarchokapitalist sieht sich selbst als letzte Rettung seines Landes und ist wild entschlossen, alle bisherigen Konzepte über den Haufen zu werfen und ganz auf die Kraft des Kapitalismus zu setzen. Sein Zugang ist der Libertarismus.

Dabei handelt es sich um eine politische und wirtschaftliche Philosophie, die sich für eine vollständige Freiheit des Individuums einsetzt. Der Staat soll sich dabei auf seine eigentlichen Kernaufgaben, Sicherheit, Recht und Ordnung, sowie Schutz des Eigentums, zurückziehen und sich nicht in wirtschaftliche oder persönliche Belange einmischen. Damit geht der Libertarismus weit über wirtschaftliche Belange hinaus und gilt daher auch als Philosophie.

Fortschritt und Freiheit durch möglichst wenig Staat

Die Vertreter des Libertarismus argumentieren, dass der Kapitalismus die Grundlage für die Entfaltung freier Gesellschaften war und den rasanten Fortschritt erst ermöglicht hat. Jede Einschränkung der freien Entfaltung der Kräfte des Marktes würde früher oder später unweigerlich zum Sozialismus und damit zu Armut und Unterdrückung führen.

Die Wurzeln dieser Ideologie liegen beim liberalen Vorzeige-Ökonomen Adam Smith. Prominente Vertreter aus dem letzten Jahrhundert waren die Ökonomen Ludwig von Mises und Friedrich August von Hayek. Sie plädierten dafür, dass sich der Staat in seinen Aufgaben auf das Nötigste konzentriert.

Die Lehren der „Österreicher“ bilden die Grundlage


Von Mises und von Hayek sind die prominenten Vertreter der sogenannten „Österreichischen Schule für Nationalökonomie“. Diese gilt vielen Libertären als ideale Umsetzung von Wirtschaft in der Praxis. Sie ist auch bei Anhängern von Kryptowährungen sehr beliebt, die eine Einmischung von Staaten und Nationalbanken in die Währungspolitik ablehnen.

Schließlich wurde Bitcoin einst als Antwort auf jene Probleme geschaffen, die durch die massiven Eingriffe der Notenbanken und einen exzessiven Druck von Geld entstehen. Bis heute kommen regelmäßig neue Kryptowährungen wie Bitcoin Minetrix auf den Markt, die beweisen wollen, dass Geld keine Manipulation von außen benötigt.

Gefahr von Monopolen und Ausbeutung?


Schon die „Österreicher“ hatten immer wieder argumentiert, dass sich Geld im Wettbewerb untereinander durchsetzen muss. Am Ende würden die Konsumenten entscheiden, welches Geld sie akzeptieren. Der freie Markt gilt als Fundament des Libertarismus. Er soll die effizienteste und gerechteste Form sein, um Ressourcen zu verteilen.

Kritiker des Libertarismus werfen ein, dass dieser zu sozialer Ungleichheit führen würde. Das Fehlen staatlicher Regulierung berge die Gefahr von Monopolen und Ausbeutung.