Kryptowährungen zwingen den Staat in den Währungswettbewerb

Georg Steiner
| 3 min read

Mit der Schaffung von Bitcoin wurde die Idee des Ökonomen Friedrich August von Hayek Realität. Erstmals treten private Währungen in direkte Konkurrenz zu staatlichen Währungen wie Euro und Dollar.

Ökonomie Hayek

Friedrich August von Hayek gilt als einer der bedeutendsten Ökonomen der Geschichte. Der Vertreter der sogenannten Österreichischen Schule für Nationalökonomie. Die Arbeiten des Wirtschaftswissenschaftlers und Sozialphilosophen beeinflussen Politik und Wirtschaft bis heute. Zu seinen bekanntesten Werken zählt das Buch „Der Weg zur Knechtschaft“, in dem er die Gefahren eines interventionistischen Staates aufzeigt und den Weg in die Diktatur exakt vorhersagt. Individuelle Freiheit, der Rechtsstaat, Eigentumsrechte und eine Begrenzung der Regierungsmacht waren zentrale Themen seiner Arbeit.

Ein freier Markt für Geld

Dieser Ansatz zeigt sich auch in seinen Ansichten zur Ausgabe von Währungen. Hayek propagierte grundsätzlich einen freien Markt, der nur geringen Einschränkungen unterliegen sollte. Diese Form des Wettbewerbs sorgt für Innovation und faire Preise. Diesen Effekt wollte er auch im Währungssystem verankert wissen.

Seiner Meinung nach würde sich jene Währung in einer Konkurrenzsituation durchsetzen, die alle von Menschen bevorzugte Eigenschaften aufweist. Er schlug daher einen Währungswettbewerb unter privaten Teilnehmern vor. Diese Idee wurde schon zu seinen Lebzeiten kontrovers diskutiert.

Selbstregulierung wie bei Produkten und Dienstleistungen

Doch Hayek hinterfragte das staatlich kontrollierte Geld, das seiner Ansicht nach zu Inflation und Konjunkturzyklen führt. Um solche Entwicklungen weitestgehend zu vermeiden, schlug er vor, einen Wettbewerb privater Geldemittenten zuzulassen. Dies würde die Stabilität und Effizienz des Geldsystems verbessern.

Der freie Markt würde den Markt für Geld ebenfalls selbst regulieren, so wie er dies auch bei zahllosen anderen Produkten und Dienstleistungen tagtäglich erledigt. In Hayeks Vision würden Banken oder private Unternehmen eigene Währungen ausgeben und als Zahlungsmittel am Markt anbieten. Genau das passiert im Kryptoverse, wo beständig neue Token auf den Markt kommen und um Anleger werben. Neue Projekte wie XRP20 kämpfen um Aufmerksamkeit und treten in Konkurrenz zu bestehenden Kryptowährungen. Am Ende entscheidet der Markt, wer sich durchsetzt. Genau das wollte Hayek erreichen. Seine Argumente dafür waren wie folgt:

Pro

In einem Wettbewerb könnten die Konsumenten frei wählen, welche Währung sie bevorzugen. Das würde die folgenden Effekte auslösen:

  1. Das private Geld wäre stabil, denn es müsste alles daransetzen, das Vertrauen der Kunden zu gewinnen.
  2. Die Emittenten könnten nicht wahllos Geld drucken, denn das würde das Vertrauen in die Währung untergraben. Damit wäre sichergestellt, dass es zu einer Eindämmung der Inflation kommt.
  3. Der Wettbewerb wäre automatisch ein Anreiz für Innovationen. Private Anbieter würden auf Technologie setzen, um Effizienz und Sicherheit zu verbessern.
  4. Daneben würden regional angepasste Währungen entstehen, die auf Zielgruppen und Geschäftsmodelle punktgenau zugeschnitten sind.

Kontra

Doch die Vorschläge des Ökonomen stießen erwartungsgemäß auf viel Widerstand. Seine Gegner argumentierten mit mangelnder Stabilität, die durch schwankende Wechselkurse ausgelöst werden würden.

Sie befürchteten darüber hinaus die Möglichkeit zur Manipulation, ausgelöst durch mangelnde staatliche Kontrolle. Das könnte sich vor allem in Krisenzeiten als problematisch herausstellen.

Viele Jahrzehnte später scheint die Vision von Hayek Realität zu werden. Kryptowährungen erfüllen viele Vorstellungen des „Österreichers“ und schaffen einen „freien Markt“ für Währungen. Die Gefahr eines dezentralen Währungssystems haben auch Politik und Notenbanken erkannt und arbeiten daran, dessen Freiheiten wieder einzugrenzen.

Das Beispiel der Idee eines Währungswettbewerbs beweist einmal mehr, wie weit die Vertreter der Österreichischen Schule für Nationalökonomie ihrer Zeit voraus waren. Die Ideen von Friedrich August von Hayek haben weiterhin Bestand und tragen wesentlich dazu bei, Probleme der Gegenwart zu verstehen und Lösungen zu finden.

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