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Könnte Vollgeld Bankenpleiten zukünftig verhindern?

Das Konzept des Vollgelds ist eine geldpolitische Idee, die vorschlägt, das Finanzsystem zu reformieren, indem das Bankwesen verändert wird. Im Wesentlichen würde das Vollgeldsystem es der Zentralbank erlauben, die Geldmenge direkt zu steuern, anstatt den Banken zu erlauben, das Geld durch Kredite zu schaffen.

Geldmünzen Euro

Die Idee dahinter ist, dass das bestehende System fehleranfällig ist und zu instabilen Wirtschaftslagen führen kann. Durch die Begrenzung des Geldangebots würde das Vollgeldsystem eine stabilere Wirtschaft und ein geringeres Risiko von Finanzkrisen ermöglichen.

Radikal und unpraktisch?

Das Vollgeldkonzept ist umstritten und wird von einigen Ökonomen und Finanzexperten befürwortet, während es von anderen als zu radikal oder unpraktisch betrachtet wird.

Die Befürworter des Vollgeldsystems glauben, dass es dazu beitragen kann, Bankenkrisen zu verhindern, da es die Geldschöpfung von Banken einschränken würde. Im gegenwärtigen System können Banken Geld aus dem Nichts schaffen, indem sie Kredite vergeben, und diese Praxis kann dazu führen, dass sie zu viel Risiko eingehen und in finanzielle Schwierigkeiten geraten.

Volle Kontrolle bei den Zentralbanken

In einem Vollgeldsystem würde die Zentralbank die Kontrolle über die Geldmenge haben, und die Banken wären nicht mehr in der Lage, Geld aus dem Nichts zu schöpfen. Dies würde dazu beitragen, das Risiko von Bankenkrisen zu verringern, da die Banken nur Kredite vergeben könnten, für die sie tatsächlich über Eigenkapital oder Einlagen von Kunden verfügen.

Allerdings gibt es auch Kritiker des Vollgeldsystems, die argumentieren, dass es zu einem Mangel an Krediten und einem langsameren Wirtschaftswachstum führen könnte, da die Banken nicht mehr so einfach Kredite vergeben könnten. Es bleibt also umstritten, ob das Vollgeldsystem tatsächlich dazu beitragen würde, Bankenkrisen zu verhindern.

Heftig umstritten

Es gab in der Geschichte noch nie ein Vollgeldsystem, aber es gab ähnliche Systeme, die als teilweise Vollgeldsysteme bezeichnet werden können. Es gibt auch heute noch einige Länder, die teilweise Vollgeldsysteme haben, aber kein Land hat bisher ein vollständig implementiertes Vollgeldsystem. Das Konzept ist nach wie vor umstritten und es gibt keine Garantie dafür, dass es in der Praxis erfolgreich sein wird.

Einige Ökonomen sehen potenzielle Nachteile in einem Vollgeldsystem:

  1. Einschränkungen der Kreditvergabe: Da die Banken nicht mehr die Möglichkeit hätten, Geld aus dem Nichts zu schöpfen, würden sie ihre Fähigkeit zur Kreditvergabe einschränken. Dies könnte sich negativ auf das Wirtschaftswachstum auswirken und die Finanzierung von Unternehmen und Projekten erschweren.
  2. Verlust von Finanzintermediären: Ein Vollgeldsystem würde die Rolle von Banken als Finanzintermediäre reduzieren, was zu einer Konzentration der Finanzmacht bei der Zentralbank führen könnte. Dies könnte zu einem Verlust von Finanzdienstleistungen und -innovationen führen, die derzeit von Banken angeboten werden.
  3. Politisierung der Zentralbank: Ein Vollgeldsystem würde die Zentralbank in die Position bringen, die gesamte Geldmenge zu kontrollieren. Dies könnte zu politischem Druck auf die Zentralbank führen, insbesondere in Bezug auf Entscheidungen über die Geldmenge und die Kreditvergabe.
  4. Schwierigkeiten bei der Umsetzung: Die Einführung eines Vollgeldsystems wäre eine komplexe und herausfordernde Aufgabe, da es bedeutende regulatorische, institutionelle und technische Änderungen erfordern würde. Es ist unklar, wie schnell ein solches System eingeführt werden könnte und wie gut es funktionieren würde.

Vollständige Deckung durch Vermögen

In einem Vollgeldsystem spielt die Deckung von Geld eine zentrale Rolle. Im Gegensatz zum derzeitigen System, in dem Banken Geld aus dem Nichts durch Kreditvergabe schaffen können, würde die Geldmenge in einem Vollgeldsystem durch die Zentralbank kontrolliert werden. Das bedeutet, dass jeder Dollar, der in Umlauf gebracht wird, durch tatsächliche Vermögenswerte oder Reserven gedeckt sein muss.

Die Deckung von Geld ist wichtig, da sie das Vertrauen in das Währungssystem stärkt und die Inflation begrenzt. Wenn die Zentralbank die Geldmenge durch die Ausgabe von Vollgeld kontrolliert, kann sie die Inflation auf einem stabilen Niveau halten, indem sie sicherstellt, dass die Geldmenge nicht schneller wächst als die tatsächliche Wirtschaft.

Das Risiko von Bankenkrisen nimmt ab

Ein weiterer Vorteil der Deckung von Geld ist, dass sie das Risiko von Bankenkrisen verringern kann. Wenn jeder Dollar, der von Banken verliehen wird, durch tatsächliche Vermögenswerte oder Reserven gedeckt ist, können die Banken nicht mehr so einfach zu viel Risiko eingehen, da sie nur Kredite vergeben können, für die sie tatsächlich über die entsprechende Deckung verfügen.

In der Schweiz begründete sich vor rund zehn Jahren eine Initiative für Vollgeld, die schließlich im Juni 2018 zur Abstimmung führte. Immerhin rund ein Viertel der Bürger stimmte für die Einführung, die Initiative wurde damit allerdings abgelehnt. Angesichts einer aufziehenden Finanzkrise ist es jedoch möglich, dass diese und ähnliche Initiativen wieder Aufwind erhalten.

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