Kein Wilder Westen mehr: SEC leitet neue Ära für Krypto ein

Fredrik Vold
| 2 min read
Source: Adobe Stock / serpeblu

Die jüngsten Maßnahmen der US Securities and Exchange Commission (SEC) gegen die großen Krypto-Börsen Binance und Coinbase haben ein für alle Mal klar gemacht, dass die Wildwest-Tage der Kryptowährung vorbei sind, so ein Bloomberg-Kolumnist.

Die Bloomberg-Kolumnistin Jessica Karl hat am Dienstag in einem Meinungsartikel die Auswirkungen dieser Maßnahmen und die möglichen Folgen für den Kryptomarkt hervorgehoben und argumentiert, dass damit eine neue Ära für Kryptowährungen in den USA eingeläutet wurde.

In Karls Artikel wird darauf hingewiesen, dass die Beschwerde der SEC gegen Binance auch interne Chats umfasst, die fragwürdiges Verhalten, mangelnde Compliance und verschwommene Grenzen zwischen Binance international und dem in den USA ansässigen Zweig Binance.US aufzeigen.

Insbesondere, und darauf wies Karl hin, enthielt die Beschwerde eine aufschlussreiche interne Notiz eines Binance-Compliance-Beauftragten aus dem Jahr 2018, in der es heißt:

“Wir betreiben eine nicht zugelassene Wertpapierbörse in den USA.”

Coinbase hingegen – das einen Tag nach Binance von der SEC verklagt wurde – wird im Allgemeinen als sorgfältiger und gesetzestreuer angesehen, zumindest laut Karl, der es eine “Kryptobörse nach Vorschrift” nennt und hinzufügt:

“Sie machen ihre Hausaufgaben. Sie waschen das Geschirr ab. Sie machen ihr Bett, ohne darum gebeten zu werden.”

Binance hingegen ist etwas anders und kann mit dem “rauen Cousin von Coinbase” verglichen werden, so Karl:

“Sie machen ihre Hausaufgaben in der Stunde, bevor sie fällig sind. Sie spülen das Geschirr, haben aber wahrscheinlich ein paar Flecken vergessen. Sie haben ihr Bett gemacht – aber erst, nachdem ihre Mutter darum gebeten hat.”

Die Frage lautet also: Nimmt die SEC diese Börsen ins Visier, weil sie einfach nur in der Kryptobranche tätig sind, oder weil sie illegale Aktivitäten betreiben?

Ein Wendepunkt für Krypto

Während viele in der Krypto-Gemeinschaft das Vorgehen der SEC als Teil einer Hexenjagd betrachten, wies Karl darauf hin, dass das Durchgreifen auch einen Wendepunkt darstellt.

Das Eingreifen der SEC zeigt eine Verschiebung in Richtung Regulierung und Aufsicht in einer Branche, die zuvor als “wilder Westen” der Finanzwelt galt. Die Autorin deutet daher an, dass die Tage der unregulierten Aktivitäten in der Kryptowirtschaft zumindest in den USA zu Ende gehen könnten.

Sie wies außerdem darauf hin, dass die Maßnahmen der SEC einen erheblichen Einfluss auf die Zukunft des Kryptomarktes haben werden und dass sich aller Wahrscheinlichkeit nach eine stärker regulierte Landschaft herausbilden wird.

Insgesamt markieren die Maßnahmen der SEC gegen Binance und Coinbase einen Wendepunkt für die Kryptoindustrie, und die Ankunft der Regulierungsbehörden bedeutet, dass eine neue Ära der verstärkten Kontrolle und Regulierung angebrochen ist, so die Bloomberg-Kolumnistin.