In der Türkei wird Bitcoin zum Schutzschild gegen die hohe Inflation

Georg Steiner
| 2 min read

Die Türkei kämpft schon seit einiger Zeit mit gigantischen Inflationsraten. Während der Versuch, diese einzubremsen, bisher wenig Erfolg zeigt, hat die Bevölkerung längst ein Mittel gefunden, um sich gegen den Wertverlust der türkischen Währung abzusichern.

Türkei Erdogan Inflation

Eine neue Umfrage der Kryptobörse KuCoin zeigt, dass mittlerweile rund die Hälfte der türkischen Bevölkerung in Bitcoin investiert ist. Damit hat Bitcoin längst den Weg in Richtung Boom beschritten, ist nicht nur mehr ein Phänomen für Interessierte. Hohe Inflationsraten führen aus der Erfahrung heraus immer dazu, dass die Bevölkerung nach Alternativen zur staatlichen Währung sucht.

Enorme Inflationsraten

Das ist in der Türkei auch dringend geboten. Dort stieg die Geldentwertung mit Beginn dieses Jahres auf mehr als 80 Prozent an. Während man vor zwei Jahren noch rund 20 Prozent zu verkraften hatte, drehte sich 2022 der Wind. Die Inflationsrate der Türkei stieg von Monat zu Monat weiter an und vervierfachte sich im Oktober 2022 auf 85,5 Prozent.

Zwar sank dieser Wert in den Folgemonaten auf 38,2 Prozent, doch zuletzt mussten die Türken wieder einen starken Anstieg auf 47,8 Prozent hinnehmen. Längst zählt die Türkei zu den 20 Ländern mit der höchsten Inflationsrate weltweit. Sogar die eigene Zentralbank prognostiziert für 2023 einen Jahresdurchschnitt von 60 Prozent. Das wäre das Zehnfache der aktuellen Inflationsrate Deutschlands. Angesichts dieser Entwicklung überrascht die Akzeptanz von Bitcoin nicht.

Die Bevölkerung sucht und findet Alternativen

Die Bevölkerung betrachtet Kryptowährungen wie Bitcoin als Absicherung, ähnliches konnte man in der Vergangenheit bereits in Südamerika oder Afrika beobachten. Doch wie die Umfrage von KuCoin zeigt, geht es den Türken weniger um Spekulation, als vielmehr darum, Vermögen aufzubauen.

Sie möchten ihren Lebensstandard verbessern oder ihr bestehendes Vermögen schützen. Dabei spielt vor allem die Mundpropaganda eine große Rolle. Die Mehrheit jener Türken, die in Bitcoin investiert haben, wurden aufgrund von Empfehlungen dazu ermuntert. Doch das Interesse beschränkt sich nicht nur auf Bitcoin allein, sondern auch auf andere Kryptowährungen. Das gilt für Ethereum ebenso wie für Stablecoins.

Frauen zeigen enormes Interesse

Immerhin bietet die Branche viel Auswahl, beständig kommen neue Kryptowährungen wie XRP20 auf den Markt. Frauen zeigen sich dabei ebenso experimentierfreudig wie Männer, dies gilt vor allem für jüngere Frauen. Doch bald dürfte Konkurrenz am Horizont auftauchen, denn auch die türkische Regierung hat die Entwicklung offenbar genau beobachtet. Sie plant, genau wie die EU, die Einführung einer digitalen Zentralbankwährung.

Das Beispiel der Türkei zeigt, wie schnell die Akzeptanz von Bitcoin und Co ansteigen kann, wenn die staatliche Währung zunehmend an Vertrauen und damit an Wert verliert.

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