Ethereum Kurs Prognose: Erst die Rallye, dann der Crash? Das Shanghai-Upgrade kommt – doch Forscher warnen vor einem brutalen Ausverkauf

Jannis Grunewald
| 3 min read

Ethereum bekommt in rund einer Woche das wichtigste Upgrade seit „The Merge“: Shanghai, auch Shapella genannt. Kein anderes Ereignis ist für Ethereum in nächster Zeit so wichtig. Prognosen hatten beim ETH-Kurs deshalb im Vorfeld mit einer Rallye gerechnet – die ist mit Ausnahme des gestrigen Mini-Bull-Runs bislang allerdings ausgeblieben. Schlimmer noch: Eine neue Ethereum-Prognose warnt sogar vor einem neuen, brutalen Absturz, der ETH nach dem Shanghai-Upgrade auf neue Tiefststände schickt – und auch die US-Behörden schauen sich das Upgrade bereits genau an. Was sollten Anleger jetzt wissen?

Ethereum: Absturz nach Shanghai-Upgrade?

Ethereum-Anleger blicken derzeit gespannt auf das nächste große ETH-Upgrade: Shanghai, auch Shapella genannt, gilt als wichtigstes Upgrade seit „The Merge“: Der Hard Fork erlaubt es den ETH-Stakern endlich, ihr gestaktes ETH abzuheben – eine Funktion, die von Anlegern seit Monaten schmerzlich vermisst wird.

Auf dem Tageschart baut Ethereum empfindlich ab. Bild: Coinmarketcap.com

Gleichzeitig warnen Analysten nun aufgrund genau dieser Funktion allerdings auch vor einem Absturz bei Ethereum, denn: Zahlreiche Anleger wollen ihr in den letzten Monaten durch Staking verdientes ETH womöglich abstoßen – das könnte für massiven Verkaufsdruck auf dem Markt sorgen und den Ethereum-Kurs auf neue Tiefststände schicken.

Davor warnt beispielsweise das bekannte Forschungsunternehmen K33 (ehemals Arcane Research) in einer neuen Ethereum-Prognose. Der zufolge könnte das Shanghai-Upgrade zum Verkauf von satten 1,3 Millionen ETH-Token führen – mit einem Gesamtwert von sage und schreibe 2,4 Milliarden Dollar.

1,1 Millionen ETH davon entfallen auf Staking-Rewards, weitere 158.000 ETH könnten dem Bericht zufolge im Zusammenhang mit dem Konkursverfahren der gescheiterten Krypto-Kreditplattform Celsius veräußert werden.

Ein Abverkauf dieser Größenordnung stellt eine immense Bedrohung für den Etherum-Kurs dar, der seit geraumer Zeit gefühlt nur durch die Anleger-Hoffnung auf höhere Preise von einem Absturz bewahrt wird. Damit nicht genug, denn: Gleichzeitig befindet sich Ethereum im Fokus der US-Regierung, wie Bloomberg berichtet.

Schon zuvor hatte der Vorsitzende der US-Börsenaufsicht, Gary Gensler, betont: Ethereum ist ein Wertpapier und sollte auch als solches reguliert werden. Lara Gatz, ehemalige Bundesstaatsanwältin des Justizministeriums, sieht durch das Shanghai-Upgrade nun weiteren Druck auf Ethereum zukommen. Sie ergänzt:

„Die US-Börsenaufsichtsbehörde SEC wird die Auszahlung von [Staking-]Belohnungen wahrscheinlich als Rendite betrachten und damit die Existenz von Investitionsverträgen zwischen den Kunden und den bestehenden Einsatzdiensten Dritter bestätigen.“

Ethereum: Verkaufsdruck geringer als erwartet?

Ganz so eindeutig scheint es dann allerdings doch nicht zu sein, denn die CFTC (Commodity Futures Trading Commission), eine weitere Regulierungsbehörde, nimmt eine gegensätzliche Position ein. Deren Interimsvorsitz Rostin Behnam betont: Ethereum sei kein Wertpapier, sondern eine Ware – wie Bitcoin auch. Zwischen den Stühlen: die Ethereum-Anleger.

Denen dürfte die glanzlose Preisaktion nach „The Merge“ noch gut in Erinnerung sein – nun sehen sie sich bereits mit dem nächsten bearishen Signal konfrontiert.

Doch es gibt auch optimistische Stimmen – eine davon gehört den Blockchain-Forschern von CryptoQuant. Die betonen in einer aktuellen Prognose: Der Verkaufsdruck durch das Shanghai-Upgrade könnte „geringer sein als erwartet“. CryptoQuant:

„Wir begründen dies vor allem damit, dass a) die Mehrheit des gestakten ETH (52% oder 9,4 Millionen) derzeit Verluste macht (wenn man den aktuellen ETH-Preis mit dem Preis zum Zeitpunkt des jeweiligen ETH-Stakings vergleicht) und b) der durchschnittliche Einleger der größten Staing-Pools derzeit ebenfalls Verlust macht.“

Die Forscher erläutern: Normalerweise entstehe Verkaufsdruck, wenn die Marktteilnehmer auf extremen Gewinnen sitzen – das sei aber bei dem gestakten ETH „derzeit nicht der Fall“.


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