Eine Finanzplattform für die ganze Welt?

Georg Steiner
| 2 min read

Die Bank für Internationalen Zahlungsausgleich (BIZ) schlägt vor, ein einheitliches Hauptbuch für CBDCs zu schaffen. Dieses könnte das Geldsystem grundlegend verändern.

Geld von Zentralbank zum Kunden

Der am Dienstag veröffentlichte Jahresbericht der Bank der Zentralbanken, wie die BIZ auch genannt wird, wirft eine neue Form von Marktinfrastruktur in die Diskussion. Das angedachte System soll alle zukünftigen digitalen Zentralbankwährungen (CBDCs), Token und Vermögenswerte auf einer einzigen Plattform vereinen. Damit würde sich die Art, wie Transaktionen stattfinden, grundlegen verändern.

Automatisierung durch Smart Contracts

Dies soll mithilfe von Smart Contracts geschehen, die schon jetzt die Transaktionen auf Blockchains wie jener von Ethereum ermöglichen. So soll die neue Plattform nicht nur Zentralbankgeld, sondern auch kommerzielles Geld und die unterschiedlichsten Vermögenswerte zusammenführen und die Möglichkeit eröffnen, untereinander zu agieren.

Dies betonte der Leiter der Forschungsabteilung der BIZ in einer Pressemitteilung. Derzeit ist das internationale Finanzsystem ein riesiges Geflecht, das Drittanbieter wie SWIFT nutzt. Dieses geriet erst vor einem Jahr in die Schlagzeilen, als die EU den Rauswurf von Russland imitierte, um das Land wegen des Krieges in der Ukraine unter Druck zu setzen.

Steht SWIFT vor dem Ruhestand?

SWIFT verbindet derzeit Datenbanken und schickt Nachrichten hin und her. Die Teilnehmer an SWIFT haben jedoch keinen vollständigen Überblick über die einzelnen Aktionen. Die neue Finanzplattform soll laut Aussage der BIZ Verzögerungen und Unsicherheiten beseitigen. Sie könnte darüber hinaus neue Methoden für die Abwicklung von Wertpapiertransaktionen bieten und gleichzeitig umfangreiche Kontrolle für die Aufsicht ermöglichen. Ein weiterer Vorteil läge in einer Kostensenkung, die vor allem kleineren Unternehmen zugutekommen würde.

Mit diesem Vorschlag geht die BIZ noch einen Schritt weiter als der Internationale Währungsfonds (IWF). Dieser hatte erst einen Tag zuvor einen ähnlichen Vorschlag präsentiert. Die BIZ sieht das Währungs- und Finanzsystem jedenfalls an der Schwelle zu einem großen Sprung nach vorne und sieht weitreichende Folgen für Wirtschaft und Gesellschaft.

Gegen Kryptowährungen, für Blockchain-Technologie

Doch bevor es so weit ist, müsste sich zuerst die Politik auf eine Harmonisierung ihrer Politik in den einzelnen Ländern einigen. Die technische Ausgestaltung der Plattform ist ebenfalls noch offen, hier sollen die Diskussionen weiterlaufen.

Es ist jedenfalls erstaunlich, dass sich die BIZ einer Technologie bedienen möchte, die einst von Kryptowährungen angestoßen wurde. In der Vergangenheit zeigte sich die Bank der Zentralbanken jedenfalls skeptisch, was die Erfolgschancen von Kryptowährungen betrifft. Sie sah den Kampf gegen die traditionellen Fiat-Währungen bereits verloren.

Doch jetzt hat sie zumindest die technologische Innovationskraft erkannt und möchte diese zu ihrem eigenen Vorteil nutzen. Gut möglich, dass sich das Finanzsystem in den nächsten Jahren grundlegend wandelt. Die Krypto-Welt arbeitet hingegen schon an den nächsten Innovationen. KI-unterstützte Coins wie Wall Street Memes sorgen derzeit für Aufsehen und erreichen ihre Ziele, unabhängig von Unterstützung oder dem Gegenwind, der ihnen aus der alten Finanzwelt entgegenweht.

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