Die Währungshüter trauen dem Frieden nicht

Georg Steiner
| 2 min read

Die letzte Sitzung der amerikanischen Notenbank Fed war mit Spannung erwartet worden. Angesichts einer aufziehenden Bankenkrise stellte sich die Frage, ob die Notenbanker weiterhin auf starke Zinserhöhungen setzen oder ob sie diese aussetzen würden. Sie entschieden sich für einen Mittelweg.

Wall Street USA

So ganz geheuer sind auch der Fed die letzten Entwicklungen am Bankensektor nicht. Denn anders als noch vor kurzem angekündigt, nahmen sie diesmal den Fuß etwas vom Gaspedal. Statt der noch vor einiger Zeit erwarteten 0,50 Prozent waren es diesmal nur 0,25 Prozent, die der amerikanische Leitzins steigen wird.

Die EZB sieht vorerst keinen Grund zu bremsen

Damit ließen die Verantwortlichen mehr Vorsicht walten als die EZB. Diese hat ihren Leitzins gerade erst um ein halbes Prozent angehoben, unbeeindruckt von der Krise der Credit Suisse. Doch die USA waren schon in der Vergangenheit ihrem europäischen Pendant immer einen Schritt voraus. Das zeigt sich auch jetzt wieder.

Die Märkte hatten vor der Entscheidung der Fed, diese genau in dieser Höhe erwartet. Das viertel Prozent ist ein guter Kompromiss zwischen Inflationsbekämpfung und Vorsicht. Immerhin kann angesichts von Pandemie, Ukraine-Krieg und Energiekrise niemand auch noch eine Bankenkrise gebrauchen. Doch die Umstellung von einer Null-Zins-Politik hin zu einer Hochzinsphase hat bereits ihre ersten Opfer gefordert.

Welche Risiken sind noch verborgen?

Jene Banken, die niedrig verzinste Staatsanleihen in ihren Büchern hatten, sahen sich plötzlich mit einem Kursverfall konfrontiert, der Geldinstitute, die traditionell eine niedrige Eigenkapitalquote aufweisen, schnell in Schwierigkeiten bringen kann. Welche Auswirkungen die Übernahme der Credit Suisse durch die UBS haben wird, ist noch nicht klar. Schließlich lässt sich schlecht abschätzen, welche Anleihen, wo platziert sind und welche Verluste dadurch entstehen könnten.

Die Fed versucht jedenfalls den Spagat zwischen Bekämpfung der Inflation und dem Verhindern einer neuen Bankenkrise zu verhindern. Die Kerninflation in den USA ist immer noch zu hoch, daher kam sie um eine Anhebung nicht herum. Gleichzeitig muss sie aufpassen, nicht noch mehr Geldinstitute in Schwierigkeiten zu bringen.

Ein Balanceakt bei hohem Tempo

Ob dieser Balanceakt erfolgreich ist, wird erst die Zukunft beweisen. Wieder einmal fährt das Weltfinanzsystem auf Sicht und hofft, dass bei hoher Geschwindigkeit nicht plötzlich ein Hindernis aus dem Nebel auftaucht. Jetzt herrscht zunächst einmal gespanntes Abwarten, ob die Bankenkrise bereits vorbei ist, bevor sie sich auswächst, oder ob weitere Risiken in den Bankbilanzen schlummern, die sich nicht begradigen lassen.

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