Die Preise in China werden immer billiger, Präsident Xi warnt

Georg Steiner
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Während die USA und Europa alles unternehmen, um die Inflation zu drücken, sinken in China die Preise weiter. Die Deflation scheint sich zu verfestigen.

Skyline Peking in China

Das kommt auch für die Experten unerwartet. Schon im Oktober lagen die Preise um 0,2 Prozent unter jenen des Vorjahres, jetzt scheint die Deflation aber erste richtig an Fahrt zu gewinnen. Im November dieses Jahres rutschen die Preise gar um 0,5 Prozent nach unten. Einen solchen Absturz hat China seit mittlerweile drei Jahren nicht mehr gesehen. Das bereitet jetzt sogar Chinas mächtigsten Mann Sorgen.

Der Staatschef sieht eine kritische Phase


Xi Jinping bezeichnete die Erholung seiner Volkswirtschaft diese Woche als in einer „kritischen Phase“ befindlich. Daneben warnte er vor zunehmenden negativen Faktoren in den Bereichen Wirtschaft und Politik.

Schuld an den sinkenden Preisen sind offenbar die chinesischen Konsumenten. Ihnen fehlt aktuell das Vertrauen. Das zeigt sich an den Verbraucherpreisen, die im letzten halben Jahrelediglich in einem Monat minimal gestiegen waren. Zumeist blieben diese jedoch gleich, seit Oktober geht es bergab. Das hat Auswirkungen auf die Produzenten.

Deren Preise sinken bereits seit mehr als einem Jahr, im November gaben diese sogar um 3 Prozent nach. China kämpft seit der Pandemie mit zahlreichen Problemen. Neben der noch immer anhaltenden Immobilienkrise kämpft das Land mit verstärkter Jugendarbeitslosigkeit. Sollte sich jedoch die Deflation weiter verfestigen, wird sich dies noch stärker auf die Beschäftigung auswirken.

Überkapazitäten gehen mit hohen Preisnachlässen nach Europa

Offenbar sparen die chinesischen Konsumenten verstärkt, das drückt die Umsätze der Unternehmen und reduziert Jobs. Jetzt stellt sich die Frage, ob wir den Beginn einer Abwärtsspirale sehen. Schließlich gilt China seit vielen Jahren als weltweiter Wachstumsmotor. Dramatische Veränderungen im wirtschaftlichen Umfeld würden sich daher auch auf die Weltwirtschaft niederschlagen.

Schon jetzt bekommt Europa die Überkapazitäten zu spüren. Viele chinesische Unternehmen setzen auf Kampfpreise, um ihre E-Autos und Produkte der Solar- und Windkraftindustrie in Europa loszuwerden. Das drückt in Folge die Umsätze der heimischen Produzenten.

Wie geht es mit den Zinsen in den USA weiter?


Im Westen blickt man unterdessen gespannt in die USA, wo am Mittwoch die letzte Sitzung der Fed ansteht. Dann wird sich zeigen, ob die optimistischen Prognosen hinsichtlich baldiger Zinssenkungen berechtigt waren oder nicht. Davon wird auch der weitere Kursverlauf von zahlreichen Kryptowährungen abhängen.

Bitcoin hatte zuletzt einen Höhenflug hinter sich. Dieser wurde beflügelt durch die Hoffnung auf sinkende Zinsen und die Zulassung des ersten Bitcoin-Spot-ETFs durch die SEC. Neue Kryptowährungen, wie Bitcoin ETF profitieren von so einem Boom, weil sich Investoren verstärkt auf die Suche nach lohnenden Coins machen.