Die Fed drückt auf die Stopp-Taste

Georg Steiner
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Wie erwartet legt die amerikanische Notenbank Fed eine Pause ein. Der Leitzins bleibt vorerst unangetastet. Doch das bedeutet noch nicht das Ende der Politik des teuren Geldes. Zwei weitere Leitzinserhöhungen noch in diesem Jahr sind möglich.

Dollarscheine gestapelt

Nach zehn Anhebungen in Folge ist jetzt allerdings vorläufig Schluss. Die Zinsen verblieben auf dem Niveau von 5 bis 5,25 Prozent. Das gab die Fed gestern Abend bekannt. Doch gleichzeitig wies sie darauf hin, dass damit noch nicht das Ende der Fahnenstange erreicht ist.

Zwei weitere Anhebungen noch in diesem Jahr?

Die amerikanischen Währungshüter halten es für möglich, dass sie noch in diesem Jahr zweimal an der Zinsschraube drehen müssen. Die Optimisten unter ihnen gehen jedoch davon aus, dass auch eine einzelne Erhöhung ausreichen könnte, um die Inflation endgültig in den Griff zu bekommen. 

Zwei Mitglieder des entscheidenden Gremiums glauben sogar, dass keine weiteren Zinserhöhungen mehr nötig sind. Die Inflation hatte kurz zuvor gezeigt, dass sie auf die Politik der Fed reagiert. Sie war von 4,9 Prozent im April auf nur noch 4 Prozent im Mai gesunken.

Die Vorschau der Notenbanker überraschte die Märkte. Sie hatten zwar mit einem Stopp bei den Zinserhöhungen gerechnet, jedoch nicht damit, dass die Fed daran denkt, nach einer Pause mit den Zinsanhebungen weiterzumachen. Daher gaben die Märkte nach Bekanntgabe der Prognosen nach. Sollte sich dieser Schritt jedoch als nachhaltig erweisen, könnte er auch dem Kryptoverse zugutekommen. Neue Coins wie Wall Street Memes suchen nach Investoren und warten auf eine Rückkehr der Bullen. 

Sinkende Inflation und Bankenkrise erfordern Pause

Die Pause wurde durch zwei Indikatoren ausgelöst. Einerseits ist die Inflation gesunken, andererseits erfordert die jüngste Bankenkrise in den USA mehr Vorsicht. Die preisdämpfende Wirkung der insgesamt zehn Zinsanhebungen ist bereits spürbar, jetzt möchte man sehen, ob diese nur ein Strohfeuer ist, oder langfristig wirkt. Immerhin dauert es bekanntermaßen seine Zeit, bis die Zinserhöhungen auf den Märkten ankommen und die Inflation einbremsen.

Die Fed geht davon aus, dass die Banken jetzt mehr Vorsicht bei der Vergabe von Krediten walten lassen. Dadurch gehen die wirtschaftlichen Aktivitäten zurück, das hat Auswirkungen auf den Arbeitsmarkt und drückt die Preise. Die Notenbanker wollen jetzt die Zeit nutzen, um die Konjunkturdaten auszuwerten und ihre Schlüsse daraus zu ziehen. Am Ziel, die Inflation nahe der 2-Prozent-Marke zu drücken, hat sich nichts geändert.

Arbeitsmarkt weiter stabil, EZB entscheidet heute

Der Arbeitsmarkt in den USA bleibt trotz aller Maßnahmen weiterhin robust. Der Chef der amerikanischen Notenbank Fed, Jerome Powell, bleibt laut eigener Aussage optimistisch, dass sein Haus auch bei einer weiteren Straffung der Geldpolitik und damit noch höheren Zinsen, eine Rezession vermeiden kann. Doch vorerst möchte man das Augenmerk weiterhin auf die Bekämpfung der Inflation legen.

Heute wird die EZB ihre Entscheidung über die weitere Vorgangsweise bekanntgeben. Allgemein wird erwartet, dass ab ca. 14.15 Uhr die Zinsen in Europa um weitere 0,25 Prozent angehoben werden.