Die durchgesickerte Metaverse-Strategie der EU schlägt globale Regeln für die Regulierung vor

David Pokima
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Der Wettlauf um das perfekte virtuelle Ökosystem, auch Metaverse genannt, nimmt Gestalt an, wobei große technologieorientierte Unternehmen an der Spitze stehen.

Die Regulierungsbehörden in der Europäischen Union (EU) warnen jedoch vor einem möglichen Monopol zum Nachteil kleinerer Unternehmen, das dazu führen kann, dass die grundlegenden europäischen Werte missachtet werden.

Ein durchgesickerter Entwurf zeigt, dass die Kommission innovationsorientierte Regelungen für die Zukunft der virtuellen Welt anstrebt. In dem Entwurf heißt es, dass das Metaversum nur dann erfolgreich sein kann, wenn eine globale Governance für seine Sicherheit sorgt.

“Virtuelle Welten bieten in vielen gesellschaftlichen Bereichen noch nie dagewesene Möglichkeiten. Dieser technologische Wandel bringt auch neue Formen der globalen Governance mit sich.”

Das Dokument, das am 11. Juli veröffentlicht werden soll, zielt darauf ab, rechtliche Hindernisse zu ändern, um neue Körperschaften nach dem Vorbild dezentraler autonomer Organisationen (DAOs) zu schaffen, die die Aktivitäten im Metaversum steuern.

Zu den von der Kommission genannten Schlüsselbereichen gehören Gesundheit, Bildung und Kultur auf dem Weg zu einem gemeinschaftsgesteuerten “Web 4”. Um diese Ziele zu erreichen, muss die Interoperabilität auf allen Ebenen eingeführt werden.

Laut dem Entwurf wird die nächste Generation des Internets “als offener, sicherer Raum gestaltet, der die Werte und Regeln der EU respektiert”, da die internationale Zusammenarbeit bei Technologiestandards, Identitätsmanagement und Zensur gefördert werden soll.

“Die Kommission wird die Schaffung eines technischen Multi-Stakeholder-Governance-Prozesses unterstützen, um wesentliche Aspekte der virtuellen Welten und des Web4 zu regeln, die nicht in den Zuständigkeitsbereich der bestehenden Internet-Governance-Institutionen fallen”, heißt es in dem Dokument.

Nutzer, Unternehmen und Regulierungsbehörden

Die EU hat bei der Schaffung wichtiger Vorschriften für digitale Assets die Führung übernommen und andere Länder im Dunkeln gelassen.

Die Verordnung über Märkte für Krypto-Assets (Markets in Crypto Assets Regulation, MiCA) zur Regulierung von Kryptowährungen, Stablecoins und Börsen für digitale Vermögenswerte ist ein gutes Beispiel dafür, denn sie wird als wegweisende Regelung für die Branche gefeiert, während die Verantwortlichen in den USA weiterhin einen Mangel an regulatorischer Klarheit beklagen.

Das neue Metaverse-Dokument zielt darauf ab, ein Gleichgewicht zwischen der Community, den Unternehmen und den Regulierungsbehörden herzustellen. Auf Seiten der Nutzerinnen und Nutzer werden Freiheit und Interoperabilität betont, während der Datenschutz, der Schutz und die verschärfte Regulierung von geschlechtsspezifischen Gesetzen beibehalten werden.

Die Union plant außerdem die Einführung von “Sandkästen”, um kleinere Projekte nach ihren Regeln zu testen, sowie eine Virtual World ToolBox im ersten Quartal 2024.

Für Unternehmen verspricht die Strategie Web3-Hubs, die auf Spiele, virtuelle Realität und verwandte Technologien spezialisiert sind, sowie Partnerschaften mit namhaften Unternehmen, um die Entwicklung der Metaverse-Roadmap in der gesamten Region voranzutreiben.

Eine große Herausforderung, die in Metaverse-Räumen die Runde macht, ist die Angst vor geschlossenen “Wall-Garden”-Netzwerken, die mit dem Wachstum des Sektors entstehen. Die EU stellt klar, dass sie weiterhin Partnerschaften mit Unternehmen eingehen wird, um ein offenes Web 4.0 zu schaffen.

Mark Zuckerberg, der CEO von Meta, hat ebenfalls darauf hingewiesen, dass ein “interoperables Metaverse für alle besser ist”.