Die Aufsicht glaubt: Europas Banken sind stabil, doch beachtliche Risiken bergen Gefahren

Georg Steiner
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Angesichts von Rezession und großen Immobilienpleiten rücken die Banken automatisch in den Blickpunkt. Doch diese sind laut Ansicht der staatlichen Aufsicht nicht in Gefahr, müssen allerdings in einigen Bereichen nachbessern.

Europäische Flagge

Der Jahresbericht der Großbankenaufsicht der Europäischen Zentralbank (EZB) stellt den Bankkonzernen insgesamt ein gutes Zeugnis aus. Sie seien stabil und profitabel. Doch das Management von Risiken ist grundsätzlich verbesserungsbedürftig.

Schlechtes Management bei Wirtschaftsschocks?


Das betrifft nach Meinung der Aufseher nicht nur die Reaktionsfähigkeit auf Wirtschaftsschocks, sondern auch die Sicherheit der Computersysteme. Zudem würden einige Geldinstitute jene Risiken, die sich aus dem Klimawandel ergeben, schlecht eingeschätzt.

Aktuell liegt der Gewinn im Schnitt bereits im zweistelligen Prozentbereich des von den Banken eingesetzten Kapitals. Doch diese gute Gewinnlage spiegelt sich nicht im Börsenwert der Konzerne wider. Das weist laut der Bankenaufsicht darauf hin, dass die Anleger nicht an dauerhaft gute Gewinne glauben.

Doch die Ausgangssituation ist aktuell gut, schließlich erleichtere es das gestiegene Zinsniveau den Banken Gewinne zu machen, auch wenn dadurch die Risiken steigen würden.

Die Immobilienbewertung ist verbesserungswürdig


Die Klimakrise berge zusätzliche Risiken, wenn Banken Industrien ohne Zukunftsaussichten weiterhin finanzieren. Hier haben Banken noch viel Arbeit vor sich. Das gilt auch für die Bewertung von Immobilien. Die Geldinstitute müssen sicherstellen, dass die zur Sicherheit von Krediten hinterlegten Immobilien ausreichend Erträge erwirtschaften und dass ihr Verkaufswert realistisch sei, betonten die Bankenaufseher.

Große Sorge äußerten die Aufseher in ihrem Bericht auch zu den Computersystemen der Banken. Diese dürfen nicht zu viel an externe Unternehmen auslagern, sondern müssen die technischen Abläufe selbst kontrollieren. Daher möchte man 2024 einen Stresstest für die Computersysteme der Banken initiieren.

Die Postbank kämpft immer noch mit ihrer IT

Wie wichtig dieser Punkt ist, zeigen seit einigen Monaten die anhaltenden Probleme der Postbank in Deutschland. Die Zusammenführung von Millionen Kundendaten auf einer gemeinsamen Plattform zwischen Deutscher Bank und Postbank ist noch immer nicht zufriedenstellend abgeschlossen. Ganz im Gegenteil, das Projekt, das bei vielen Kunden zu Beschwerden geführt hat, wird den Konzern auch 2024 noch beschäftigen. Mittlerweile können Kunden, die von der Verzögerung von Pfändungsanliegen betroffen waren, sogar über die Webseite der Postbank online Schadensersatz beantragen.

Im September führten die Probleme sogar zu einem offiziellen Rüffel der BaFin. Diese überwacht seither die Fortschritte bei der Behebung der IT-Probleme. Die Bankenaufsicht war dieses Jahr jedoch selbst schon von IT-Problemen betroffen und konnte daher kurzfristig ihre Aufgaben, wie die Überwachung des Kryptomarktes und seiner zahlreichen neuen Coins wie Bitcoin ETF, nicht nachkommen.