Ayn Rand: Die kontroverse Philosophin, deren Ideen die Welt spalten

Georg Steiner
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Sie ist die berühmteste, unbekannteste Frau der Welt. Die Autorin und Philosophin Ayn Rand prägt das konservative Amerika bis heute. Ihr Buch „Der Streik“ gehört nicht nur zu den einflussreichsten, sondern auch zu den bestverkauften der Welt. Noch immer gehen pro Jahr 1 Million Exemplare über die Ladentische.

Persönliche Freiheit

Doch Ayn Rand und ihre Philosophie des Objektivismus sorgt noch immer für eine tiefe Spaltung unter Intellektuellen und Ökonomen. Ihr unbändiges Eintreten für Kapitalismus und Individualismus führt auch viele Jahre nach ihrem Tod zu heftigen Diskussionen zwischen Befürwortern und Gegnern.

Radikale Verfechterin von Freiheit und Kapitalismus


Ayn Rand wuchs unter dem Namen Alissa Sinowjewna Rosenbaum in St. Petersburg auf. Die Russische Revolution und deren Auswirkungen zwangen sie zur Flucht in die USA. Die Erlebnisse im kommunistischen Russland sollten ihr weiteres Leben entscheidend prägen.

Sie bezeichnete die individuelle Freiheit und das Streben nach persönlichem Glück immer wieder als die höchsten Werte. Der Kapitalismus wäre ihrer Ansicht nach die einzige politisch-ökonomische Ordnung, die dies ermöglichen könne. Ein wenig davon findet sich auch in der Ideologie von Kryptowährungen.

Der Gedanke der Freiheit findet sich auch in Kryptos

Bitcoin wurde einst als Antwort auf die Finanzkrise 2008 erschaffen, die das Finanzsystem nach jahrzehntelangen Eingriffen beinahe implodieren ließ. Noch immer kommen regelmäßig neue Coins wie Bitcoin Minetrix, auf den Markt, die auf die Kraft des Kapitalismus vertrauen.

Ayn Rands Philosophie wurde nie in einem eigenständigen Werk beschrieben, sondern fand sich in ihren Romanen, öffentlichen Vorträgen, Briefen und Beiträgen in diversen Publikationen wider. Doch der Grundstein ihrer Philosophie Objektivismus ist in ihrem Hauptwert „Der Streik“ nachzulesen. Dort argumentiert sie messerscharf die Wichtigkeit von individuellem Denken und Handeln. Gleichzeitig ruft sie zum Kampf gegen das „gefräßige Monster Staat“ auf.

In ihrem Hauptwerk erheben sich die Unternehmen gegen den Staat


Staatliche Interventionen in sämtliche Bereiche der Wirtschaft lehnte Rand zeitlebens ab. Kein Wunder also, dass sich in ihrem wichtigsten Buch die Unternehmen zum Streik erheben.

Ayn Rand galt als extrem egoistisch, dem entgegnete sie mit ihren Schriften zur „Tugend des Egoismus“. Darin wirft sie einen Blick auf die Bedeutung und den Wert des individuellen Eigeninteresses für ein glückliches Leben und den Fortschritt der Menschheit.

Massive Kritik


Diese Überzeugungen führten und führen naturgemäß bis heute zu massiver Kritik. Ihre Gegner warfen Rand vor, soziale Verantwortung nicht zu verstehen und eine ungleiche Gesellschaft zu propagieren, bei der die Schwächsten unter die Räder kommen.

Börse Wall Street New York

Doch Rand gilt noch immer als wichtigste Inspirationsquelle für alle Libertären und Konservativen in den USA. Ihr berühmtester Bewunderer war ursprünglich Alan Greenspan. Er war fast 17 Jahre lang Vorsitzender der US-Notenbank Fed.

Doch kaum im Amt, wollte Greenspan nichts mehr von den Ideen seiner Mentorin wissen und entwickelte sich zu einem finanzpolitischen Interventionisten, dessen Geldpolitik für zahlreiche Finanzkrisen sorgte. Rand erlebte seinen Aufstieg zum Fed-Chef nicht mehr.

Zu ihren Anhängern zählen heute nicht nur Tesla-Chef Elon Musk, sondern auch Donald Trump und Amazon-Gründer Jeff Bezos.